Ab 2025 verlangt der European Accessibility Act von vielen Verlagen barrierefreie E-Books. Doch Barrierefreiheit ist mehr als ein Häkchen im Export-Dialog — sie entscheidet darüber, ob Millionen von Menschen dein Buch überhaupt lesen können. Und sie ist technisch anspruchsvoller, als die meisten denken.
Was Barrierefreiheit wirklich bedeutet
Ein barrierefreies Buch lässt sich von Screenreadern vorlesen, per Tastatur navigieren und in beliebiger Schriftgröße darstellen. Das setzt eine saubere semantische Struktur voraus: Überschriften als Überschriften, nicht als große fette Absätze. Bilder mit Alt-Text. Eine logische Lesereihenfolge, die auch dann stimmt, wenn niemand das Layout sieht.
PDF/UA-1 — strukturierter, getaggter PDF-Standard
PDF/A-2a — Langzeitarchivierung mit Tags
Alt-Text für jede inhaltstragende Abbildung
Logische Lesereihenfolge unabhängig vom Layout
Barrierefreiheit ist keine Einschränkung des Designs — sie ist der Beweis, dass die Struktur stimmt.
Warum Prüfung entscheidend ist
Barrierefreiheit lässt sich nicht behaupten, sie muss belegt werden. Werkzeuge wie veraPDF prüfen, ob ein Export den Standards tatsächlich entspricht — Tag für Tag, Bild für Bild. Ein Buch, das sich „barrierefrei" nennt, aber die Prüfung nicht besteht, hilft niemandem und riskiert in regulierten Märkten die Ablehnung.
Der unerwartete Nebeneffekt
Ein barrierefreies Buch ist fast immer auch ein besser strukturiertes Buch. Die Disziplin, jede Überschrift korrekt auszuzeichnen und jede Abbildung zu beschreiben, verbessert die Qualität für alle Leser:innen — nicht nur für die auf Assistenztechnologie angewiesenen. Zugänglichkeit und Handwerk sind zwei Seiten derselben Medaille.