Die häufigste Frage angehender Autor:innen ist die falsche: „Worüber soll ich schreiben?" Die bessere lautet: „Wonach wird gesucht, das noch niemand gut beantwortet?" Eine Nische ist kein Thema, das dir gefällt — sie ist die Schnittmenge aus Nachfrage, Lücke und deiner Kompetenz.
Die drei Kreise
Denk in drei überlappenden Kreisen. Der erste ist Nachfrage: Suchen genug Menschen danach? Der zweite ist Wettbewerb: Ist das Feld schon dicht besetzt oder überraschend offen? Der dritte ist deine Autorität: Kannst du glaubwürdig darüber schreiben? Nur wo sich alle drei überschneiden, liegt eine echte Nische.
Nachfrage ohne Kompetenz → du wirst durchschaut
Kompetenz ohne Nachfrage → niemand liest es
Nachfrage ohne Lücke → du verschwindest im Feld
Alle drei → deine Nische
Eine gute Nische ist eng genug, um sie zu besitzen, und groß genug, um davon zu leben.
Enger ist meist besser
„Produktivität" ist kein Buch, es ist eine Bibliothek voller Konkurrenz. „Produktivität für Schichtarbeiter:innen im Gesundheitswesen" ist eine Nische — spezifisch genug, dass die Zielgruppe sich sofort gemeint fühlt, und unbesetzt genug, dass du oben stehst. Die Angst, zu wenige zu erreichen, führt fast immer dazu, zu breit zu zielen und niemanden zu treffen.
Validieren, nicht verlieben
Die gefährlichste Nische ist die, in die du dich verliebt hast, bevor du sie geprüft hast. Daten sind hier dein Freund: Sie zeigen dir nüchtern, ob dein Lieblingsthema einen Markt hat. Manchmal ist die ehrlichste Antwort ein Nein — und die zweitbeste Idee die, mit der du tatsächlich Leser findest.